Gateway-Administration im Jahr 2030

Interview für stadt+werk Sonderheft April 2018

Bis zum Jahr 2021 läuft die erste Roll-out-Phase der intelligenten Messsysteme iMsys. Wie es danach weitergeht ist noch ungewiss. Michał Sobótka, Geschäftsführer des Berliner Full-Service-Anbieters GWAdriga, wagt im stadt+werk-Interview einen Blick in die Zukunft der Gateway-Adminstration.

[...] Herr Sobótka, wir schreiben das Jahr 2030: Wird es die Rolle der GatewayAdministration dann überhaupt noch geben oder läuft alles über die Blockchain?

Michał Sobótka: Die Blockchain ist eine interessante Technologie. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass die Clearing -Funktion zwischen Erzeugern und Verbrauchern von der Blockchain übernommen wird. Hierdurch würde der Handel auch von kleinen Strommengen Peer-to-Peer und ohne dazwischengeschalteten Akteur möglich – sogar mit einem transparenten Herkunftsnachweis. Der Gateway-Administrator hin gegen kümmert sich um die Kopplung der digitalen mit der physischen Welt über das Smart Meter Gateway. Er überwacht den Zugriff auf das Gateway und damit kritische Prozesse wie die Messwertübertragung oder das Schalten von Anlagen. Diese Aktivitäten werden vermutlich auch künftig nicht von einer Blockchain ersetzt werden können. Meine Prognose ist, dass der Gateway-Administrator auch im Jahr 2030 der Wächter über das Gateway sein wird, er sich jedoch zur Aufgabenumsetzung gegebenenfalls und teilweise auch der Blockchain-Technologie bedient.

Smart Meter Gateways werden heute in erster Linie mit der Sparte Strom in Verbindung gebracht. Doch das Gateway kann ja noch viel mehr…

Michał Sobótka: Der Gesetzgeber hat das Smart Meter Gateway von vornherein als eine Kernkomponente für die Digitalisierung angelegt – nicht nur für die Energiewirtschaft. Denn es bietet eine hochsichere Schnittstelle zum Kunden, über die zahlreiche Dienste abgewickelt werden können. Das beginnt beim Smart Metering und erstreckt sich über Flexibilitätsmaßnahmen, wie etwa die Steuerung dezentraler Erzeuger und Verbraucher oder die Integration von Smart Home and Building sowie Elektromobilität, bis hin zu ganz neuen Smart Services etwa im Gesundheitsbereich. [...]

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Dr. Michał Sobótka
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