CLS-Management: Die Kür schon vor der Pflicht starten

Artikel für energiespektrum, Ausgabe 08/2018. Sie können den vollständigen Artikel als PDF-Datei hier herunterladen.

Während sich die Gateway-Administration – und damit die Pflicht beim Smart-Meter-Rollout –mangels zertifizierter Geräte nach wie vor verzögert, starten manche Unternehmen bereits mit der Kür: der Einführung von Mehrwertdiensten wie etwa dem CLS-Management. Mit dessen Hilfe will beispielsweise die Kölner RheinEnergie in den kommenden Jahren bis zu 500 Nachtspeicherheizungen in ein virtuelles Kraftwerk einbinden und verstärkt mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen. Einführung und Betrieb werden im Rahmen eines Full-Service von GWAdriga, dem Spezialisten für die Gateway-Administration, übernommen.

Integrierte Prozesse

Das Projekt startete zunächst mit der Einbindung der erforderlichen Software in die IT-Landschaft des Gateway Administrators GWAdriga. Zum Einsatz kommt hier das Modul Control Manager der Lösung BTC Advanced Meter Management, das an das auslösende System der RheinEnergie angebunden wurde. Über eine Laborumgebung in den Berliner Räumlichkeiten von GWAdriga wurden dann die Schaltprozesse über das Smart-Meter-Gateway und die dazugehörige Steuerbox angebildet, um die Funktionalitäten ausgiebig testen zu können. Anschließend wurde das Gegenstück auf Seiten der RheinEnergie installiert. Damit steht nun eine sichere End-to-End-Verbindung der Feldtechnik mit dem virtuellen Kraftwerk zur Verfügung. Das CLS-Management (CLS= Controllable Local Systems) wird dabei zum zentralen Werkzeug.

Mit der Steuerbox sicher regeln

Mithilfe des CLS-Managements können Steuerboxen verschiedener Hersteller über die Controllable-Local-Systems-Schnittstelle des Smart-Meter-Gateways (SMGW) angebunden werden. Im Falle des RheinEnergie-Projekts kommen die Boxen des Herstellers Theben zum Einsatz. Über die Schnittstelle ist eine hochsichere Datenübertragung gewährleistet und die Gefahr von Manipulationen ausgeschlossen. Mit der Integration von Steuer- und Schaltprozessen in die sichere Infrastruktur intelligenter Messsysteme (iMSys) kann so im Rahmen eines flexiblen Last- und Einspeisemanagements die Steuerung von EEG-Anlagen und Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität umgesetzt werden – oder wie beim Rheinenergie-Projekt die der Nachtspeicherheizungen. Über die Schnittstelle können aber nicht nur Steuerbefehle ausgelöst werden, auch das Management der Geräte selbst wird unterstützt. Dazu kommt die Erfassung und Übermittlung von Sensor- oder Netzzustandsdaten. Die im Projekt „Virtueller Wärmestrompool“ notwendigen Fahrpläne für die aktive Steuerung der Heizungen werden direkt in der Steuerbox hinterlegt. Darüber hinaus wird es künftig möglich sein, lokale Anwendungen direkt auf der Steuerbox einzuspielen, die über die jeweiligen IP-Adressen mit den Endgeräten kommunizieren. Auf diesem Wege lassen sich vielfältige Lösungen umsetzen, beispielsweise auch für das Submetering. Zwar dürfen das SMGW und die Steuerbox nicht direkt miteinander kommunizieren. Da die Datenübertragung jedoch über das Gateway gebündelt wird, liegt es nahe, das CLS-Management ebenfalls über den Gateway-Administrator abzuwickeln.

CLS steht für »Controllable Local Systems«. Mithilfe des CLSManagements  kommunizieren Steuerboxen über eine Schnittstelle des Smart Meter Gateways. Mit dieser Integration von Steuer- und Schaltprozessen in die sichere Infrastruktur intelligenter Messsysteme (iMSys) kann beispielsweise die Steuerung von EEG-Anlagen oder Ladesäulen im Rahmen eines flexiblen Last- und Einspeisemanagements umgesetzt werden."


Kontakt
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GWAdriga GmbH & Co. KG

Ansprechpartner

Dr. Ralfdieter Füller
E-Mail: r.fueller(at)gwadriga.de
Tel: +49 30 95 999 09 0

Dr. Michał Sobótka
E-Mail: m.sobotka(at)gwadriga.de
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