Smart Meter Rollout: „Die Zeit des Abwartens geht zu Ende“

Interview mit Dr. Michal Sobótka, exklusiv für das Energie-Fachmagazin BWK, Ausgabe -Nr. 4 2019

Am 31. Januar 2019 hat das BSI seine Marktanalyse veröffentlicht. Ihre Reaktion? Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie daraus?

M. Sobótka: Die Marktanalyse hat für deutlich mehr Klarheit gesorgt, wie das Messtellenbetriebsgesetz in der heutigen Situation zu interpretieren ist. Das bedeutet, der Rollout wird durch den späteren Start nicht gestreckt, sondern gestaucht. Die 10 Prozent der Pflichteinbauten sind in jedem Fall in den ersten drei Jahren nach dem Startschuss auszurollen. Das gilt für alle Pflichteinbaugruppen, bis auf bestimmte Gruppen wie RLM-Kunden, große EEG- und KWK-G Anlagen und steuerbare Verbrauchseinrichtungen gem. § 14a EnWG. Diese sind erst ab den folgenden Gateway-Generationen betroffen.

Wie bereitet sich GWAdriga in der aktuellen Situation (1 SMGW zertifiziert, Warten auf weitere zertifizierte SMGWs) auf den Rollout intelligenter Messsysteme für Pflichteinbaufälle vor?

M. Sobótka: Wir haben unsere Prozesse in den letzten beiden Jahren aufgebaut und optimiert. Ein weiterer Schwerpunkt war die Prozessintegration zu den unterschiedlichen Branchenlösungen wie SAP, Bosch, Schleupen oder SIV umzusetzen. Damit ist nun sichergestellt, dass die Abläufe auch IT-technisch sauber laufen. So sind wir nun in der Lage, hoch automatisiert durchzustarten, sobald die beiden noch fehlenden Gateways zertifiziert und verfügbar sind. Dies wird sicherlich noch in diesem Jahr der Fall sein.

Die Verzögerungen beim Rollout haben wir aber auch für die Entwicklung von zusätzlichen Funktionen genutzt, die auf dem Smart-Meter-Gateway aufsetzen. Dazu gehört das Thema „Mehrsparten-Metering“, für das wir eine eigene Laborumgebung aufgebaut haben. Dieses Thema stößt nicht nur bei Versorgungsunternehmen auf großes Interesse, sondern insbesondere auch bei der Wohnungswirtschaft. Ein weiteres Thema ist das CLS-Management: Hier setzen wir derzeit mit RheinEnergie das Pilotprojekt „Virtueller Wärmestrompool“ um, bei dem Nachtspeicherheizungen als steuerbare Last in das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie eingebunden werden.

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Wie positioniert sich GWAdriga bzw. deren Gesellschafter bei der Ausprägung des wettbewerblichen Messstellenbetreibers?

M. Sobótka: Wir sind uns sicher, dass die Zahl der wettbewerblichen Messstellen mittelfristig die der grundzuständigen übersteigen wird. Einer der Treiber dabei ist beispielsweise die Wohnungswirtschaft, die hier einen idealen Zugang zum Kunden sieht. Stichworte sind hier das Mehrsparten- und Submetering, aber auch das Thema Smart Home. Das haben auch unsere Gesellschafter erkannt. Beispiel RheinEnergie: Sie sieht sich künftig als Dienstleister für alle Daten aus dem Gebäude. Das Projekt „Virtueller WärmestromPool“, mit dem RheinEnergie erstmals die Flexibilitäten im Endkundenmarkt für sich nutzbar machen möchte, habe ich ja schon angesprochen. Das ist aber sicher nur ein Anfang. Auch bei all den vielen weiteren Themen von der Elektromobilität über Eigenproduktion und -speicherung bis hin zur Prozessautomatisierung oder der Heiz- und Nebenkostenabrechnung bleibt das Smart-Meter-Gateway die zentrale Komponente für eine intelligente und vor allem sichere Infrastruktur. Insofern sehen wir uns sowohl im grundzuständigen als auch im wettbewerblichen Messstellenbetrieb als möglichen Partner, der für den zuverlässigen und sicherten Betrieb sorgt.

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Zum vollständigen Interview (PDF-Datei) oder zur Webseite des Fachmagazins BWK

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