Smart-Meter-Rollout: Ein weiteres Abwarten ist keine sinnvolle Option

Kommentar von Dr. Michał Sobótka für ew, Ausgabe 05/2019

Weiter abwarten macht endgültig keinen Sinn mehr. Denn der später startende Rollout wird nicht gestreckt, dafür aber gestaucht. Dies lässt sich aus dem BsbG und auch aus der Marktanalyse des BSI eindeutig ableiten. Das bedeutet: Sowohl die kommunizierten Termine als auch die zu verbauenden Mengen an intelligenten Messsystemen gelten weiterhin – bis auf Ausnahmen – für alle Pflichteinbaugruppen. Aber auch aus anderen Gründen lohnt es sich, die mit dem Smart-Meter-Rollout verbunden Prozesse schnellstmöglich zu implementieren. Denn das Smart-Meter-Gateway wird künftig als sichere Schnittstelle zum Kunden von zentraler Bedeutung werden, insbesondere auch die CLS-Schnittstelle. Diese ist beispielsweite das Schlüsselelement für ein marktbasiertes Engpassmanagement.

Wer Flexibilitäten im Massenmarkt nutzbar machen möchte, kommt um dieses Thema nicht herum. Egal ob Elektromobilität, Eigenproduktion und -speicherung, Prozessautomatisierung oder um die Heiz- und Nebenkostenabrechnung: Messdaten werden über kurz oder lang über das Gateway fließen und für die netzdienliche Regelung Verwendung finden. Das gilt insbesondere für komplexe Steuerungsprozesse, bei denen andere Verfahren an ihre Grenzen stoßen.

Vorfahrtsregeln gestalten

Dabei wird es aber nicht ohne weitergehende Regeln gehen. Eine Herausforderung ist etwa die Gestaltung der Vorfahrtsregeln: Technisch ist es kein Problem mehrere Akteure gleichzeitig auf das Smart-Meter-Gateway und die CLS-Schnittstelle zugreifen zu lassen. Was aber, wenn zwei Akteure unterschiedliche Interessen haben: Der Netzbetreiber möchte eine Anlage möglichst netzdienlich steuern, der Eigentümer dagegen sein Ergebnis optimieren und zwischen den Angeboten der Netzbetreiber und der Vertriebe situationsbedingt wechseln.

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Sicherheit gewährleisten

Dazu kommt das Thema Sicherheit: Das Gateway als zentrale Schnittstelle zum Kunden bietet zwar selbst die größtmögliche Sicherheit, wenn es um die Steuerungsprozesse in den intelligenten Netzen geht. Was ist aber mit den Systemen dahinter? Netz- und Messstellenbetreiber haben keinen Einfluss darauf, welche vernetzten Geräte die Kunden einbauen. Es wäre daher ein Fehler, sich weiterhin nur um die sichere Anbindung der Anlagen mit individueller Systemrelevanz zu kümmern. Denn auch die Anlagen ohne individuelle Systemrelevanz können künftig zu Gruppen aggregiert und so sehr wohl systemrelevant werden. Die CLS-Schnittstelle bietet hier die Möglichkeit, gezielt einzugreifen, um Schaden vom systemrelevanten Teil der Infrastruktur abzuwehren.

Das Smart-Meter-Gateway ist also keinesfalls eine lästige Pflicht, sondern eine zentrale Komponente für die sichere Umsetzung der Energiewende. Daher ist ein weiteres Abwarten keine sinnvolle Option.

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