EWE Netz mit Punktlandung: S/4HANA-Migration, LFW24 und GWA-Anbindung 

Der Zeitplan für die Migration der EWE Netz auf SAP S/4HANA Utilities war straff. Denn der Termin für die Inbetriebnahme des neuen Systems war fix gesetzt: Pünktlich zum Start des 24-Stunden-Lieferantenwechsels am 6. Juni 2025 musste alles funktionieren, inklusive der Gateway-Administration. Die Ausgangslage war anspruchsvoll: Bei einem Rollout von rund 2.000 Installationen pro Woche durfte der Betrieb nicht ins Stocken geraten, die Umstellung auf die neue Systemlandschaft musste nahtlos erfolgen. Ein besonderer Fokus lag deswegen auf dem Zusammenspiel mit dem Gateway-Administrator GWAdriga.

Dieser Artikel ist in der ew 02/2026 erschienen

Festgelegt wurde die SAP-Strategie der EWE Netz schon 2022. Dabei wurde das Zielbild von Anfang an über eine Gesamtprozess-Sicht definiert: Mit einer Prozesslandkarte wurde sichergestellt, dass die wichtigsten Prozesse, insbesondere die Massenprozesse wie der Rollout der intelligenten Messsysteme, entsprechend priorisiert umgesetzt werden. Nach Aufbau der Projektstrukturen startete die Umsetzung Ende 2023. Mit der Veröffentlichung des LFW24-Fahrplans 2024 musste dann die Projektorganisation neu ausgerichtet werden. „Eine Umsetzung der neuen Prozesse im Altsystem hätte keinen Mehrwert geboten und wäre aus wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll gewesen“, erklärt Gregor Koletzek, Referent intelligente Messsysteme bei EWE NETZ, die Gründe für die Entscheidung, die Migration zum Stichtag des LFW24 durchzuführen.

Das Enddatum war also gesetzt, nun galt es, die Prozesse zum Laufen zu bringen. Und das gestaltete sich durchaus aufwendig. Die größte Herausforderung lag in der infrastrukturellen Anbindung in der Cloud S/4HANA Utilities. Die Umsysteme werden über SAP BTP und Cloud Connectoren integriert. Gemeinsam mit GWAdriga und BTC musste deswegen die Netzwerktopologie neu definiert werden. Hinzu kam die Anpassung der Prozessketten: Während die Abläufe bei GWAdriga weitgehend unverändert blieben, unterschieden sie sich unter S/4HANA Utilities erheblich von SAP IS-U.

Um das Projekt ungestört vom operativen Rollout durchführen zu können, wurde auf Seiten der GWAdriga eine eigene QS-Landschaft für die Tests aufgebaut. Die Tests erwiesen sich als aufwendiger als anfangs gedacht. Mit den internen Kräften, der GWAdriga und der BTC mussten zudem drei Parteien für die gemeinsamen Tests koordiniert werden.
Da das Stammdatenmodell von S/4HANA Utilities konsequent auf virtuelle Geräteinfosätze aufbaut und da bisher auf deren Abbildung im Messdaten-Management (MDM)-System der GWAdriga verzichtet worden war, wurde im Prinzip eine Migration der Bestandsdaten im GWAdriga System vor der S/4HANA Utilities Migration notwendig. „Dazu kam, dass für jeden einzelnen Test, von der initialen Installation über die Messwertbereitstellung bis zur Entstörung oder einem Letztverbraucherwechsel, mithilfe von Simulationskonstrukten immer ein Komplettkonstrukt aufgebaut werden musste, um sicherzustellen, dass alle Folgeprozesse sauber durchlaufen. Wenn nicht, galt es auf Detailebene zu prüfen, wo der Fehler liegt, um anschließend für den nächsten Test neue Simulationskonstrukte aufzubauen“, erklärt Gregor Koletzek. Als Vorteil erwies sich, dass EWE NETZ schon bei der vorherigen Migration auf SAP IS-U entschieden hatte, sich vom aufwendigen individuellen Customizing zu verabschieden und vollkommen auf SAP-Standards zu setzen. Dieser Grundsatz wurde dann auch für das neue Projekt beibehalten, was die Umstellung deutlich erleichterte. „Ein weiterer Vorteil bestand darin, dass die GWAdriga bereits bei mehreren Kunden die Umstellung auf das S/4-Stammdatenreferenzmodell erfolgreich begleitet hatte und somit erprobte Tools sowie umfassende Erfahrung einbringen konnte. Dadurch wurde eine zügige und reibungslose Transformation ermöglicht“, so Wladimir Kusnezow, Service Manager der GWAdriga.

Trotz aller Aufwände konnte das neue System pünktlich zum 6. Juni 2025 in Betrieb genommen werden. „Basis dafür war sicher auch die enge und bewährte Zusammenarbeit mit GWAdriga. Damit bestand eine vertrauensvolle Partnerschaft, ohne die alles sicherlich nicht so gut funktioniert hätte. Auch die Tatsache, dass wir bei BTC auf Software-Seite direkte Ansprechpartner hatten, die frühzeitig eingebunden werden konnten, war hilfreich“, beschreibt Gregor Koletzek zwei der Erfolgsfaktoren. „Dadurch, dass wir das Stammdatenmodell auf GWA-Seite bereits vor der S/4-Migration umgestellt hatten, waren bei der späteren S4-Migration zudem nur noch die neuen Endpunkte scharfzuschalten.“, erläutert Kusnezow.

Unternehmen, die eine Migration auf S/4HANA Utilities noch vor sich haben, empfiehlt Gregor Koletzek, für die Tests frühzeitig die entsprechenden personellen Ressourcen einzuplanen. Vor allem sollte sichergestellt sein, dass jeweils alle für einen Test relevanten Beteiligten zeitgleich zur Verfügung stehen und die Prozessschritte nicht sequenziell und zu unterschiedlichen Zeiten getestet werden. „Zudem empfiehlt es sich, auf die SAP-Standards zu setzen und auf Eigenentwicklungen größtmöglich zu verzichten. Damit lassen sich der Aufwand und die Risiken im Migrationsprojekt deutlich senken“, so Koletzek. Mit der erfolgreichen Migration sieht er nun EWE NETZ für eine zukunftsfähige Smart-Metering-Prozesslandschaft gut aufgestellt.

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